Der Faktencheck zum Tag der Deutschen Einheit
Über 28 Jahre trennte die Berliner Mauer die heutige BRD vom Osten des Landes, der DDR. Verschiedene politische und allgemein bekannte Gründe, führten schlussendlich zur Öffnung des Vorhangs vom 9. auf den 10 November 1989. Die Mauer wurde seit dem 9. November 1989 vorerst noch weiter bewacht und Grenzübertritte meistens verhindert. Pünktlich zu Weihnachten, am 24. Dezember 1989, durften Bundesbürger erstmals visumfrei in die DDR einreisen. Jedoch sind bis dato die Grenzen nicht vollständig gefallen.
Der 3. Oktober 1990 markiert die Wende in der Geschichte. Der „Tag der Einheit“ erinnert an die deutsche Wiedervereinigung und somit den offiziellen Beitritt der DDR in die Bundesrepublik Deutschland.
Noch heute gibt es viele Gerüchte und findet sogar in einigen Verschwörungstheorien Platz
Brandenburger Tor – Silvesternacht 1989/90 – Die Mauer hatte einige Löcher. Von einer Hebebühne schmettert Hasselhoff das Lied „Lookin’ for freedom“. Unter ihm stehen Bürger. Im Freudenrausch liegen sie sich in den Armen, tanzen, singen und die schon marode Mauer fällt weiter.
Es halten sich die Gerüchte, dass Hasselhoff die Mauer „niedergesungen“ hätte. In Verschwörungskreisen heißt es sogar, er hätte im Voraus Bescheid gewusst.
Doch was ist dran an den Gerüchten?
Sieht man sich den Text genauer an, fällt auf dass der Text eigentlich gar nicht für diesen Tag zugeschnitten wurde. Das Lied erzählt von einem Jungen, der die Freiheit sucht und seine Heimat dadurch verlässt. Dieser Junge findet jedoch die Freiheit nicht. Das Lied endet mit „Still it can’t be found“ (=Sie kann nicht gefunden werden).
Fakt ist, dass das Lied nicht ausschließlich für diesen Tag bestimmt wurde. Trotzdem überwiegte natürlich der Freudenrausch und der Text „Freedom (=Freiheit)“ welches es dann irgendwie doch passen ließ.
Eingesungen hat er die Mauer allerdings tatsächlich… zumindest sinnbildlich.
Unsere Ingenieure sind dieser Frage einmal nach gegangen:
Zuerst wurde das Musikstück hinsichtlich dominanter Frequenzen durchsucht. Mithilfe einer „Fourier Transformation“ zeigen sich folgende Frequenzen:
Eine angesetzte Modalanalyse untersuchte anschließend ein Mauersegment hinsichtlich der Eigenfrequenz. Die erste Eigenfrequenz liegt bei ca. 9 Hz und ist damit erheblich niedriger als die Frequenz der Musik. Mit direkter Anregung und Resonanz der Mauer ist damit nicht zu rechnen.
Höhere Frequenzen bedeuten automatisch auch mehr Energie für die Anregung. Mit steigender Frequenz wird somit ein Aufschwingen des Wandstückes immer unwahrscheinlicher. „Looking for Freedom“ regt schlussendlich folgende Eigenfrequenzen der Mauer an:
Dabei sei gesagt, dass es im Toleranzbereich von +-10% auch zu einer Anregung kommen kann.
Mit diesen Moden wurde eine Schwingungsanalyse (Harmonic Response) durchgeführt. Es wurde von einem Druck von ca. 6 Pa ausgegangen (entspricht ca. 110 dB).
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Die Berechnung führt zu Spannungsspitzen von 1E-3 N/mm². Dies ist mehr als Faktor 1.000 zu niedrig.
Fazit: Wer hätte es gedacht? Es ist nicht möglich die Mauer mit reiner Stimme zum Einstürzen zu bringen. Versuche von n-tv zeigen zudem, dass auch Gläser nicht zersungen werden können. Hierbei handelt es sich meistens um Tricks oder einer technischen Verstärkung des Gesangs.
Was ist die Anwendung im Alltag?
Diese verspielte Darstellung von Berechnungsmethoden findet vielerlei Anwendung im Alltag. Regelmäßig prüfen wir Bauteile auf das Schwingungsverhalten und Festigkeit unter sinusförmiger Anregung oder Rauschen.
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Wenn sie ähnliche Aufgabenstellungen haben, dann zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.
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